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Diamantfarben: Von weiß bis gelb. Welche Farbe passt zu eurem Ring?

Du hast dich für einen Diamanten entschieden. Jetzt stellst du fest, dass da eine Skala mit Buchstaben von D bis Z existiert, und fragst dich, was das eigentlich bedeutet. Und vor allem: Welchen Buchstaben brauchst du?

Ich erkläre dir, wie die Skala funktioniert, was die Buchstaben im Alltag wirklich bedeuten, und welche Kombinationen ich für meine Kunden am häufigsten anfertige.

Was bedeuten die Buchstaben eigentlich?

Diamanten bestehen fast vollständig aus Kohlenstoff. Fast. Denn in der Natur enthält kaum ein Stein ausschließlich Kohlenstoff. Winzige Spuren anderer Elemente geraten während der Entstehung in die Kristallstruktur und verändern, wie der Stein Licht aufnimmt und zurückwirft. Stickstoff ist das häufigste dieser Elemente. Er ist der Grund, warum die meisten Diamanten eine leicht gelbliche Tönung haben. Je weniger Stickstoff, desto farbloser der Stein.

Die GIA, das Gemological Institute of America, hat eine Farbskala für Diamanten entwickelt, die heute weltweit Standard ist. Sie beginnt bei D, wie Diamant, und endet bei Z. Warum bei D? Weil die GIA frühere, uneinheitliche Bezeichnungen damit ablösen wollte. A, B und C waren vorher schon vergeben.

D steht für völlig farblos. Z steht für einen deutlich gelblichen Stein. Alles dazwischen sind Abstufungen, die sich von Stufe zu Stufe kaum verändern, über mehrere Stufen hinweg aber sichtbar werden.

Die Skala ist in Gruppen eingeteilt:
  • D und E: Hochfeines Weiß. Völlig farblos. Diese Steine haben keine sichtbare Tönung, auch nicht für Experten unter kontrollierten Bedingungen. Sie sind selten und entsprechend teurer.
  • F und G: Feines Weiß, auch Top Wesselton genannt. Nahezu farblos. Für das bloße Auge ist kein Unterschied zu D oder E erkennbar, sobald der Stein in einem Ring sitzt.
  • H: Weiß, auf dem Markt als Wesselton bekannt. Immer noch weiß, mit einer sehr feinen Wärme, die erst im direkten Vergleich mit höheren Graden sichtbar wird.
  • I und J: Leicht getöntes Weiß, auch Top Crystal und Crystal. Eine leichte Tönung ist vorhanden, fällt in Gelbgold aber kaum auf.
  • K und L: Getöntes Weiß, bekannt als Top Cape und Cape. Die Gelbwärme ist erkennbar, besonders in Weißgold oder Platin.
  • M bis Z: Getönt bis Gelb, Cape bis deutlich Gelb. Der Gelbstich ist klar sichtbar. Diese Steine werden bewusst für warme Designs gewählt, sind aber für klassische Verlobungsringe selten die erste Wahl.
 Was bedeuten Wesselton, Cape und Crystal?

Auf Zertifikaten und im Fachhandel begegnest du neben den GIA-Buchstaben oft noch anderen Bezeichnungen: Wesselton, Top Crystal, Cape. Das sind ältere Handelsnamen, die aus der Zeit vor der GIA-Skala stammen und sich bis heute gehalten haben.

Wesselton ist der Handelsname für H. Top Crystal und Crystal stehen für I und J. Cape bezeichnet K und L, weil Steine dieser Tönung historisch aus der südafrikanischen Cape-Region kamen.

Diese Bezeichnungen sagen dir inhaltlich nichts anderes, was die GIA-Buchstaben nicht auch sagen. Sie tauchen aber auf Rechnung, Zertifikat oder im Gespräch mit auf. Wenn du also "Wesselton" liest, weißt du: das ist ein H.

Das Metall beeinflusst, wie der Stein wirkt

Ein H-Diamant in Weißgold und ein H-Diamant in Gelbgold sehen am Finger nicht gleich aus. Das Metall rund um den Stein beeinflusst, wie weiß oder warm der Diamant wirkt.

Weißgold und Platin verstärken Gelbtöne. Ein Stein, der für sich allein kaum eine Tönung hat, kann in Weißgold leicht warm wirken, wenn sein Farbgrad schon in Richtung K geht.

Gelbgold ist nachsichtiger. Weil das Metall selbst warm ist, verschwindet ein leichter Gelbstich im Stein praktisch. Ein J oder K wirkt in Gelbgold oft klar und weiß.

Das ist kein Geheimtipp, sondern einfach Optik. Hier zu sehen Verlobungsring Double Prong in gelbgold und platin.

Welche Kombinationen ich für meine Kunden am häufigsten anfertige

Ich arbeite täglich mit Diamanten und Edelmetallen. Drei Kombinationen machen bei mir den Großteil der Verlobungsringe und Diamantringen aus.

Gelbgold mit Farbe H. Das ist meine häufigste Empfehlung für Gelbgold. Der Stein ist nahezu farblos, wirkt in Gelbgold klar und hell, und liegt preislich deutlich unter einem D oder E. Der Unterschied zu einem F ist am Finger nicht zu sehen.

Gelbgold mit Farbe J oder K. Das ist meine ganz persönliche Lieblingskombination. Farblich empfinde ich sie als besonders hochwertig. Der sanfte Warmton des Steins wirkt in Gelbgold ganz und gar nicht wie ein Kompromiss, sondern eher bewusst anders. Wer einen größeren Stein möchte, ohne das Budget zu sprengen, landet hier. Wer den wärmeren Ton schlicht schöner findet, auch. 

Weißgold oder Platin mit Farbe F bis H. Für kühle Metalle empfehle ich mindestens H, lieber F. Darunter wird der Kontrast zwischen Stein und Fassung bei manchen Steingrößen sichtbar. F und G geben einen klaren, hellen Diamanten, der zu Weißgold und Platin wirklich passt.

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Kombination zu deinem Wunschdesign passt, schreibe ich dir das gerne direkt auf. Ich stelle dir Steine zusammen, die zu deiner Vorstellung passen.

 
Brauche ich ein GIA-Zertifikat?

Das GIA-Zertifikat dokumentiert, was der Stein wirklich ist: Farbgrad, Reinheit, Schliff, Karatgewicht. Es kommt vom unabhängigen Prüflabor, nicht vom Händler oder Goldschmied.

Ich führe GIA-zertifizierte Steine. Wenn du einen möchtest, sag es mir direkt. Du bekommst dann aus meiner Auswahl nur zertifizierte Steine vorgestellt, mit dem Zertifikat und einer Erklärung dazu.

Nicht jeder Stein braucht zwingend ein GIA-Zertifikat. Für kleinere Steine unter 0,5 Karat ist der Aufwand oft nicht verhältnismäßig.

Eine Frage die oft gestellt wird: Lohnt sich ein D wirklich?

Das Internet behauptet, das sei eine der häufigsten Fragen überhaupt. In meiner Werkstatt hat sie mir noch niemand gestellt. Trotzdem der Vollständigkeit halber: Ein D-Diamant ist farblos auf einem Niveau, das ausschließlich Gemologen unter Laborbedingungen einordnen können. Am Finger, unter normalem Licht, ist der Unterschied zu einem G oder H für niemanden erkennbar.

Was D teuer macht, ist die Seltenheit. Wer das schätzt, kauft D. Wer lieber einen größeren Stein oder einen exzellenten Schliff will, kauft G oder H und bekommt oft ein schöneres Ringerlebnis.

Du hast eine konkrete Vorstellung, aber noch keine Antwort auf die Frage, welche Farbe zu deinem Ring passt? Schreib mir. Wir schauen uns das gemeinsam in Ruhe an.


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